10 Anzeichen für Alzheimer

Blauer Becher und Löffel in der Trommel einer Waschmaschine, Symptom von Demenz
Mit dem Älterwerden verändern sich viele Prozesse im Körper. Die Leistungsfähigkeit nimmt ab, das Gedächtnis wird schlechter, die Konzentrationsfähigkeit sinkt. All das sind normale Entwicklungen, denen sich teilweise durch eine gesunde Lebensweise entgegenwirken lässt.

Starke Auffälligkeiten wie erkennbare Erinnerungslücken, das Verlegen von Gegenständen an höchst unpassende Orte und starke Unruhe können allerdings Hinweis auf eine Demenzerkrankung sein. Um pathologisch relevante Auffälligkeiten von den normalen Altersentwicklungen eindeutig abzugrenzen, wurde seitens der Alzheimer-Gesellschaft eine Checkliste erstellt, die es ermöglicht, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Menschen, die an einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung leiden, zeigen Auffälligkeiten im Bereich von Kommunikation, Argumentation, Lernen und Denken. Dies sind Bereiche, die einen signifikanten Einfluss auf die ausgeübte berufliche Tätigkeit und die Teilnahme an familiären Prozessen und sozialen Aktivitäten haben.

Die eindeutige Abgrenzung zwischen normaler und klinisch relevanter Veränderung kann nur von einem auf die Alzheimer-Erkrankung spezialisierten Neurologen getroffen werden. Daher ist es wesentlich, mögliche Warnsignale rechtzeitig zu erkennen, um sich behandeln zu lassen und auch Themen wie Pflege zeitnah besprechen zu können.

Folgende Frühwarnzeichen wurden von der Alzheimer-Gesellschaft als in ihrer Gesamtheit auffällig eingestuft:

1. Gedächtnisverlust
Die fehlende Erinnerung neu erlernter Gedächtnisinhalte ist ebenso auffällig wie der Gedächtnisverlust wichtiger Ereignisse aus der Vergangenheit. Auch Informationen, die immer wieder neu erfragt werden müssen, sind ein Hinweis auf das mögliche Frühstadium der Alzheimer-Erkrankung. Eine typische Auffälligkeit: Namen oder Verabredungen werden vergessen.

2. Schwierigkeit bei der Ausführung alltäglicher Aufgaben
Demenzkranke zeigen Probleme, wenn es darum geht, alltägliche Aufgaben wie Kochen oder Aufräumen in einer sinnvollen Reihenfolge zu lösen. Ebenso entsteht bei der Teilnahme an Spielen oder beim Führen eines Anrufs der Eindruck, dass ein Gesamtüberblick der Situation fehlt. Eine typische Auffälligkeit: fehlendes Wissen, warum ein Raum betreten wurde oder Abbruch eines begonnenen Gespräches.

3. Neu auftretende Probleme mit dem Sprechen oder Schreiben
Menschen mit Alzheimer-Erkrankung zeigen Schwierigkeiten in der Kommunikation. Sie suchen nach den richtigen Worten und kreieren merkwürdige Ausweichformulierungen. Anstelle der Zahnbürste fragen sie möglicherweise nach dem Ding für den Mund. Eine typische Auffälligkeit: Wörter werden nicht erinnert, umständliche Formulierungen als Ersatz gewählt.

4. Verwechslung von Ort und Zeit
An Alzheimer erkrankte Menschen können sich in der eigenen Nachbarschaft verlaufen. Sie vergessen, wo sie sind und was sie an diesem Ort wollten. Den Weg nach Hause finden sie nicht mehr. Eine typische Auffälligkeit: Wochentage können nicht mehr erinnert werden.

5. Die Urteilsfähigkeit ist eingeschränkt
Kleidung kann völlig unpassend zu Anlass oder Außentemperatur gewählt werden. Bei Kälte tragen Demenzerkrankte zu wenig, bei Wärme zu viel Kleidung. Auch der Umgang mit Geld zeigt verschwenderische Tendenzen. Eine typische Auffälligkeit: Es werden fragwürdige oder strittige Entscheidungen getroffen.

6. Abstraktes Denken ist nicht mehr möglich
Das Zahlenverständnis ist beeinträchtigt. Ebenso sind geistige Aufgaben, die eine Abstraktionsfähigkeit erfordern, nicht mehr lösbar. Eine typische Auffälligkeit: In finanziellen Angelegenheiten fehlt jeder Überblick.

7. Das Verlegen von Dingen und die fehlende Rückverfolgung getätigter Schritte
Gegenstände werden verlegt und tauchen an außergewöhnlichen Orten wieder auf. Die Armbanduhr landet in der Zuckerdose, das Bügeleisen im Gefrierschrank. Eine typische Auffälligkeit: Der Schlüssel oder die Brieftasche werden ohne Rückerinnerung verlegt.

8. Stimmungsschwankungen und Verhaltensänderungen treten auf
Zwischen Ruhe, Wut und Aggression wird ohne ersichtlichen Grund gewechselt. Es zeigt sich Verwirrung und ebenso Angst oder Misstrauen gegenüber bekannten Personen. Eine typische Auffälligkeit: schnell wechselnde Stimmungen, vor allem im Bereich von Traurigkeit oder Gereiztheit.

9. Abnahme des Verständnisses von Bildsprache und räumlichen Beziehungen
Insbesondere im Straßenverkehr treten offensichtliche Probleme auf bei der Beurteilung von Entfernungen, Straßenschildern oder der Farbe von Signalen. Auch Kontraste können nicht mehr eindeutig wahrgenommen werden. Eine typische Auffälligkeit: Beeinträchtigungen des Sehvermögens durch Vorliegen eines Katarakts (Trübung der Augenlinse mit unscharfem Sehen).

10. Die Aufgabe von Freizeitaktivitäten
Durch die Wahrnehmung einer persönlichen Veränderung kommt es nicht selten zum Rückzug und zur Isolation. Gesellschaftliche Veranstaltungen, die Kontakt zu anderen Menschen erfordern, werden gemieden. Passivität vor dem Fernseher ersetzt ehemals sportliche Tätigkeiten oder die Ausführung eines früheren Hobbys. Das Schlafbedürfnis steigt. Eine typische Auffälligkeit: Erschöpfung nach der Arbeit und Rückzug von sozialen Verpflichtungen.

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