Lebensmittelgruppen

Die Lebensmittel innerhalb einer Gruppe ähneln sich in ihrer Zusammensetzung und ihren Nährstoffen.  Im Folgenden werden die einzelnen Lebensmittelgruppen mit den primär enthaltenen Nährstoffen kurz vorgestellt.

Grundsätzlich gilt für den täglichen Speiseplan nach dem DGE-Ernährungskreis:

  • aus allen sieben Lebensmittelgruppen auswählen
  • Lebensmittelvielfalt nutzen
  • Vollkornprodukte bevorzugen, bspw. Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln
  • Milch und Milchprodukte
  • fettarme Wurst bevorzugen, bspw.gekochter Schinken ohne Fettrand, Lachsschinken, Bratenaufschnitt, Sülzwurst
  • fettarme Zubereitung, bspw. Gemüsesoßen statt Sahnesoßen
  • schonende Garverfahren, bspw.Dünsten, kurze Garzeiten
  • Fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag. Am besten man berücksichtigt dabei die Saison.

Gruppe 1: Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln

  • Brot, Nudeln, Reis, Getreideflocken sowie Kartoffeln enthalten kaum Fett, aber reichlich Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Essen Sie Vollkorntoastbrot anstelle von hellem Toastbrot.
  • Bevorzugen Sie Vollkornbrote aus fein gemahlenem Mehl (ohne Schrotanteile oder ganze Körner).
  • Haferflocken oder Schmelzflocken bestehen aus Vollkorngetreide und bieten eine gute Alternative zu Brot-Mahlzeiten
  • Verwenden Sie Vollkorngrieß für Desserts und Milchsuppen oder mischen Sie diese mit „normalem“ Grieß.
  • Setzen Sie Kartoffeln bzw. Kartoffelpüree regelmäßig auf den Speiseplan.
  • Essen Sie 1-mal pro Woche Gerichte aus Hülsenfrüchten.
  • Lassen Sie Vollkornnudeln und Naturreis gut ausquellen, damit sie weich werden.
  • Achten Sie bei ballaststoffreicher Kost besonders darauf, dass gleichzeitig genug getrunken wird. Nur bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr können Ballaststoffe richtig aufquellen und ihre positiven Wirkungen entfalten.

Gruppe 2: Gemüse und Salat

  • Täglich zwei bis drei Portionen Gemüse sollten auf dem Speisenplan stehen. Dabei sollte mindestens eine Portion frisch als Rohkost oder Salat verzehrt werden.
  • Jede Mittagsmahlzeit sollte Gemüse enthalten; als Beilage, im Eintopf oder der Suppe, als Salat oder als Gemüsesoße.
  • Binden Sie Suppen und Soßen mit Gemüse.
  • Essen Sie pürierte Gemüsesuppen.
  • Bereiten Sie Rohkostsalate sehr fein gerieben oder Salate aus gegartem Gemüse zu (bspw. aus Rote- Bete, Sellerie, Bohnen, Brokkoli, Blumenkohl, Möhren, Fenchel, Zucchini).
  • Ein Glas (ca. 200 ml) Frucht- oder Gemüsesaft pro Tag können eine Portion Gemüse oder Obst ersetzen. Bei Senioren, die an Untergewicht leiden, darf es auch mehr sein.

Gruppe 3:  Obst

  • Jeden Tag zwei bis drei Portionen Obst bieten viele wichtige Nährstoffe, aber mindestens eine Portion sollte als frisches Obst angeboten werden.
  • Servieren Sie Obst bereits zum Frühstück (z . B. als frischen Obstsalat, als Apfelkompott, eingeweichte Pflaumen oder als Obst- oder Gemüsesaft).
  • Essen Sie Getreideflocken oder andere Breie grundsätzlich mit unterschiedlichen Obstarten.
  • Ein Glas (ca. 200 ml) Frucht- oder Gemüsesaft pro Tag können eine Portion Gemüse oder Obst ersetzen. Bei Senioren, die an Untergewicht leiden, darf es auch mehr sein.
  • Ergänzen Sie Milchdrinks immer mit Obstpüree.
  • Essen Sie nachmittags frisches Obst oder Obstkompott /-püree als Snack.
  • Servieren Sie Kuchen möglichst als Obstkuchen oder mit Obstgarnitur.

Gruppe 4:  Milch und Milchprodukte

  • Milch und Milchprodukte sind besonders reich an Protein, Calcium sowie einigen Vitaminen und sollten daher mehrmals täglich verzehrt werden.
  • Bestreichen Sie Marmeladenbrote mit Quark anstatt Butter.
  • Als Zwischen- oder Spätmahlzeiten eignen sich beispielsweise Joghurt (mit Obst), ein Glas Milch oder Käsewürfel (mit Trauben, kleinen Tomaten, Gewürzgurken).
  • Essen Sie regelmäßig Käse als Dip oder Brotaufstrich.
  • Ergänzen Sie beim Abendessen verschiedene würzige Quarksorten als Brotbelag.
  • Trinken Sie Obst-Milchgetränke (mit püriertem Obst) an.
  • Viele Senioren vertragen Milch „pur“ nicht so gut, da sie an einer Milchzuckerunverträglichkeit leiden. Berücksichtigen Sie dies bei der Speisengestaltung.

Gruppe 5: Fleisch, Wurst, Fisch und Ei

  • Diese Lebensmittel zeichnen sich alle durch ihren hohen Gehalt an Protein aus. Zudem sind Fleisch und Wurst ausgezeichnete Lieferanten von Eisen, Zink und Vitaminen
  • Die optimalen Zufuhrmengen an Fleisch, Fisch, Wurst und Eiern sind abhängig von der individuellen Gesundheitssituation des Seniors. Untergewicht, Übergewicht und eventuell vorhandene Begleiterkrankungen sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden. Liegt als Grunderkrankung beispielsweise Gicht vor, so muss der Fleisch- und Wurstkonsum eingeschränkt werden.
  • Fettarme Produkte enthalten grundsätzlich mehr Proteine, Vitamine und Mineralstoffe als fettreiche Produkte. Essen Sie daher magere Fleischteile (bspw. Hüfte oder Oberschale vom Rind, Nuss oder Oberschale vom Schwein, Hähnchenbrust oder Putenschnitzel vom Geflügel) und Fleischerzeugnisse mit max. 20 % Fett, wie beispielsweise mageren Schinken oder Bratenaufschnitt, als Belag.
  • Streichwurst ist bei Unterernährung sowie für Senioren mit Kau- und Schluckbeschwerden gut geeignet.
  • Verzehren Sie konsequent ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche (1 x fettarmer Seefisch, 1 x fettreicher Fisch); auch fertig eingelegt, bspw. zum Abendessen.
  • Eier sind für untergewichtige Senioren auf jeden Fall hervorragende Energie- und Nährstofflieferanten.

Gruppe 6: Fette und Öle

  • Fette und Öle liefern essenzielle Fettsäuren und sind Träger der fettlöslichen Vitamine. Neben diesen wichtigen Funktionen kann zu viel und vor allem „das falsche“ Fett die Entstehung von Übergewicht, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Fettstoffwechselstörungen begünstigen.
  • Grundsätzlich sollten Sie fettarme Lebensmittel verwenden: Dazu zählen mageres Muskelfleisch, Fleischerzeugnisse inklusive Wurstwaren: max. 20 % Fett. Käse  bis max. Vollfettstufe (< 50 % Fett i. Tr.), Speisequark mit max. 20 % i. Tr., Naturjoghurt 1,5 % bis 1,8 % Fett. Milch 1,5 % Fett (auch zur Zubereitung von Speisen wie Dessert, Dressing, Soße oder Püree).
  • Untergewichtige Senioren sollten auch fettreichere Produkte essen.
  • Verzehren Sie neben Butter auch Margarine mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (gekennzeichnet als „ohne gehärtete Fette“, bspw. Diätmargarine).
  • Rapsöl hat nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen ein günstiges Fettsäurenmuster und sollte daher als Standardöl für die Zubereitung von Speisen (bspw. für Salate, zum Braten) eingesetzt werden. Die Verwendung von Soja-, Oliven- und Walnussöl ist auch möglich.
  • Essen Sie einmal pro Woche (ca. 70 g) fettreichen Fisch (bspw. Makrele, Lachs, Hering), da ihr Fett reich an den wertvollen n – 3 (omega-3) Fettsäuren ist.
  • Verwenden Sie Nüsse und Samen für Salate, Desserts und Kuchen. Wenn notwendig, setzen Sie gemahlene Produkte ein. Aufgrund des hohen Energiegehaltes eignen sich Nüsse und Samen besonders zur Anreicherung von Speisen für untergewichtige Senioren.

Gruppe 7:  Getränke

  • Getränke stehen im Ernährungskreis im Mittelpunkt, denn Wasser ist lebensnotwendig. Senioren sollten pro Tag ca. 1,3 l, besser 1,5 l, trinken. Die restliche Menge der erforderlichen Flüssigkeit wird über die Nahrung aufgenommen. Je weniger eine Person isst, desto mehr muss sie den fehlenden Flüssigkeitsanteil aus der festen Nahrung über Getränke ausgleichen.
  • Ideale Getränke sind Trink- /Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees und Fruchtsaftschorlen. Kaffee und Tee werden in die Flüssigkeitsbilanz mit eingerechnet. Aufgrund der anregenden Wirkung von Koffein auf Herz und Kreislauf dienen diese Getränke allerdings nicht als Durstlöscher. Gegen 3 bis 4 Tassen ist nichts einzuwenden.
  • Senioren müssen vielfach zum Trinken angeregt werden. Verringertes Durstempfinden, Vergesslichkeit oder auch die Angst vor dem Toilettengang können Ursache dafür sein, dass sie nicht genug trinken
  • Trinken Sie zu allen Mahlzeiten Getränke.
  • Stellen Sie morgens an häufig frequentierten Stellen der Wohnung bzw. des Zimmers oder des Wohnbereichs Getränke in Sicht- oder Reichweite bereit. Dies erinnert sie daran Zwischendurch ausreichend zu trinken.
  • Füllen Sie leere Gläser und Becher immer wieder auf.
  • Führen Sie Trinkrituale ein wie den Nachmittagskaffee oder den „5 – Uhr-Tee“.

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